Autoren: 
Jan Cordes
Autoren: 
Jonathan Wehrle

 

"Nur die Fragen, die prinzipiell unentscheidbar sind, können wir entscheiden."
Heinz von Foerster

 

Entscheidungen formen unseren Charakter. Sie sind essentiell für unser Handeln. Mitjedem Tag verlangt das immer schneller werdende moderne Leben schnellereEntscheidungen von uns. Die Flut von Informationen können wir nur ertragen indemwir diese Entscheidungen sicher treffen und sie nicht zu lange vor uns herschieben. „Doors of Decisions“ ist ein Computerspiel das diese Situation derInformationsüberflutung thematisiert. Es läßt den Spieler in eine merkwürdige Weltaus immer gleichen Räumen eintauchen. Diese konfrontieren ihn mit Situationen undeiner Auswahl an möglichen Reaktionen. Er muss eine Wahl treffen. Schreitet er durchdie Türen voran wird er mehr und mehr Situationen gegenüberstehen. Sobald er eineEntscheidung getroffen hat kann er nicht zurück. Seine Lebenszeit verrinnt. Er musssich den zukünftigen Entscheidungen zuwenden.Verhält sich der Spieler auf eine Weise die vom Spiel negativ bewertet wird, steigt seinStressfaktor. Dieser läßt seine Lebenszeit noch schneller verrinnen. Der einzigeAusweg aus diesem Kreislauf ist es, alle Entscheidungen getroffen zu haben bevor dieZeit abgelaufen ist. Stirbt er ohne alles entschieden zu haben bleibt er im Kreislaufdes Spiels gefangen und muss von vorne beginnen.Bei jedem Spielstart bewertet das Spiel die Reaktionen auf verschiedene Kategorienvon Situationen neu. Der Spieler muß diese Bewertungen während dem Spielerlernen. Er kann also nicht basierend auf seinen Erfahrungen in der realen Weltentscheiden. Auf diese Weise hinterfragt das Spiel die Einstellung des Spielersgegenüber Systemen, die ihm aufzeigen wollen wie er sich zu verhalten oder was erzu denken hat.Der Spieler muß das System des Spiels verstehen lernen und sich konform zu diesemverhalten um eine Möglichkeit zu haben aus diesem Kreislauf auszubrechen. Schafft erdies nicht, wird er im Spiel gefangen bleiben.

© 2007-2014 Institut für Postdigitale Narrativität - HfG Karlsruhe